| Herausforderung | Konkrete Beispiele / Probleme | Lösungsansätze |
Integration in Abläufe |
- Unterbrechung bestehender Workflows
- Mehrfachdokumentation
- Schwierige Triage zwischen digital und analog
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- Gemeinsame Prozessstandards und interoperable IT-Schnittstellen entwickeln
- Einführung einheitlicher Dokumentationssysteme
- Klare Triage-Protokolle definieren
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| Regulierung & Finanzierung | - Vergütung für digitale Leistungen
- Vergütung von Koordinationsleistung
- Aufteilung von Pauschale unter den Leistungserbringern
- Unklarheiten bei kantonsübergreifender Versorgung
| - Entwicklung einer Komplexpauschale
- Klare Finanzierungsvereinbarungen zwischen Leistungserbringern inkl. Koordination
- Integration in alternative Versicherungsmodelle (AVM)
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| Akzeptanz & Schulung | - Mangelnde Unterstützung von Key Opinion Leader
- Widerstand gegen neue Technologien bei Gesundheitsfachleuten
- Fehlende Schulungen und Unterstützung bei der Einführung digitaler Tools
- Zweifel an der Qualität digitaler Konsultationen
- Kulturelle/ strukturelle Fragmentierung: Unterschiedliche Standards und
Denkweisen in Spital, Arzt / Ärztin, Apotheke und Pflege und Digital-Health-Start-ups erschweren eine einheitliche Umsetzung.
| - Early Adopters gezielt einbinden und kommunizieren lassen
- Interdisziplinäre Schulungsprogramme etablieren
- Qualität digitaler Leistungen mit Studien absichern
- Gemeinsame Standards und Koordinationsplattformen über Sektoren hinweg schaffen
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Patientenzugang & Gesundheitskompetenz | - Digitale Kluft (eingeschränkte Digitalnutzung, ca. 15%, Digimonitor 2023)
- Bewusst Nicht-Digitale (off-, low-liner, ca. 6%, Digimonitor 2023)
- Geringe Gesundheits- und/oder Digitalkompetenz
- Fehlendes Vertrauen in digitale Angebote
- Teilweise fehlende Patientenorientierung bei der Entwicklung
| - Verpflichtende Interoperabilitätsstandards
- Datenschutz und Security-by-Design
- Förderung nutzerfreundlicher Technologien für Zuhause (inkl. Supportangebote)
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| Technische Hürden | - Interoperabilität von IT-Systemen
- Datenschutz- und Sicherheitsrisiken
- Technische Voraussetzungen zu Hause/Patientengeräte
| - Verpflichtende Interoperabilitätsstandards
- Datenschutz und Security-by-Design
- Förderung nutzerfreundlicher Technologien für Zuhause (inkl. Supportangebote)
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Medizinische Qualität & Sicherheit | - Eingeschränkte Diagnostik im virtuellen Raum
- Gefahr von Versorgungslücken
- Überbetonung technischer Lösungen
| - Klare Indikationsstellung für digitale Anwendungen
- Integration hybrider Versorgungspfade mit Präsenzangeboten
- Qualitätsstandards für digitale Leistungen definieren
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Skalierbarkeit & Nachhaltigkeit | - Projekte bleiben im Pilotstatus (Pilot Fatigue)
- Technische und personelle Grenzen beim Ausbau
- Unklare finanzielle Nachhaltigkeit
| - Skalierbare Infrastrukturen und Prozesse planen
- Frühzeitige Einbindung von Finanzierungspartnern (Krankenkassen etc.)
- Förderprogramme mit Skalierungspflicht
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Fehlende Outcome-Messung & Wirksamkeitsnachweise | - Fehlende standardisierte KPIs zur Bewertung hybrider Versorgungsformen
- Wenig Studien zu klinischem Nutzen und Kostenwirksamkeit erschweren Investitions- und Regulierungsentscheidungen
| - Entwicklung valider KPIs für hybride Modelle
- Förderung (unabhängiger) Wirksamkeitsforschung
- Integration von Outcome-Messung in Vergütungsmodelle
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