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Playbook: Hybride Versorgungslösungen in der Schweiz

Was sind hybride Versorgungslösungen?

Definition

Hybride Versorgungslösungen bezeichnen Versorgungsmodelle, die digitale und physische Elemente kombinieren und integrieren, um eine patientenzentriertere, effizientere und flexiblere Versorgung zu ermöglichen. Dabei kommen digitalisierte Behandlungsprozesse als Teil eines umfassenden Versorgungsmodells zum Einsatz. Digitale Technologien ergänzen den direkten menschlichen Kontakt und physische Dienstleistungen.

Hybride Versorgungslösungen binden andere, digitalen Versorgungsformen, ein insbesondere

  • Telemedizin: Diagnostik und Konsultation mit Einsatz audiovisueller Kommunikationstechnologien trotz räumlicher Trennung
  • Virtuelle Versorgung: Interaktion zwischen Patient:innen und/oder Angehörigen, die aus der Ferne unter Verwendung von Kommunikations- oder Informationstechnologien erfolgt, mit dem Ziel, die Qualität und Wirksamkeit der Patientenbetreuung zu erleichtern oder zu optimieren
  • Digitale Versorgung: Digitale Anwendungen (dGA), die Fachleute und Patient:innen in der Versorgung unterstützen, etwa Algorithmen und Künstliche Intelligenz zur Entscheidungsunterstützung, Diagnose oder Ressourcenplanung, aber auch Gesundheits-Apps, digitale Therapieprogramme oder Plattformen für Selbstmanagement und Prävention

Elemente

Die zentralen Elemente, die in hybriden Versorgungslösungen zusammenwirken sind

  • Digitale Infrastrukturen (Daten, Software/Apps, Sensoren, Plattform)
  • Alternierender persönlicher und digitaler Kontakt zwischen Patient:in und Gesundheitsdienstleistern (auch sektorenübergreifend)
  • Patientenbeteiligung (Selbstmanagement, Kommunikation)
  • Neustrukturierung von Prozessen, Rollen und Aufgaben

Zu den digitalen Elementen solcher Lösungen gehören auch sogenannte digitale Gesundheitsanwendungen (dGA). In der Regel handelt es sich dabei um dGA mit medizinischem Zweck, wie sie das Bundesamt für Gesundheit definiert hat (vgl. Ordnungsmodell unten): «dGA mit medizinischem Zweck dienen der Früherkennung, Verhütung, Diagnose, Überwachung, Prognose, Behandlung oder Linderung sowie Pflege von Krankheiten oder deren Folgen oder werden bei Mutterschaft eingesetzt.»

Ziele

Hybride Versorgungslösungen ermöglichen eine nachhaltige Lösung für die steigende Nachfrage nach Gesundheitsleistungen, indem sie physische Versorgung mit den Vorteilen digitaler Technologien verbinden. Das verbessert die Erreichbarkeit, Effizienz und Qualität der Versorgung, während gleichzeitig persönliche Betreuung gewährleistet bleibt.


Abgrenzung

Das gehört demnach nicht zu den hybriden Versorgungslösungen:

  • Reine telemedizinische Leistungen
  • Reine stationäre oder ambulante Behandlungsprozesse ohne digitale Komponenten
  • dGA ohne ärztliche oder physische Einbindung
  • Reines E-Rezept ohne nachgelagerte Versorgung