Erfolgsfaktoren von Kollaborations-Projekten im Schweizer Gesundheitswesen
Eine Masterarbeit in Kollaboration zwischen der Universität St. Gallen und santeneXt
Das Schweizer Gesundheitssystem steht vor der Herausforderung, gleichzeitig Kosten zu senken und die Qualität der Versorgung zu verbessern. Eine vielversprechende Lösung ist die Förderung von interorganisationalen Kollaborationen, bei denen verschiedene Akteure des Gesundheitswesens zusammenarbeiten. Obwohl interorganisationale Zusammenarbeit im Gesundheitswesen an Bedeutung gewinnt, bleibt die Rolle der Krankenversicherer in solchen Kooperationen bisher weitgehend unerforscht. Dabei könnten diese eine Schlüsselrolle bei der Finanzierung und Umsetzung innovativer Lösungen spielen.
In Kollaboration zwischen der HSG und santeneXt hat Oliver Moine eine Masterarbeit erstellt mit dem Ziel, diese Lücke zu schliessen und die verschiedenen Rollen der Krankenversicherer in solchen Kollaborationen zu identifizieren, die Einflussfaktoren zu analysieren und Erfolgsfaktoren zu definieren. Auf Grundlage von Experteninterviews wurden 14 organisationsübergreifende Kollaborationen mit Krankenversicherern untersucht. Die Analyse zeigt, dass die meisten dieser Kollaborationen darauf setzten, innovative Lösungen zu entwickeln, die in der Regel auf eine Verbesserung des Patientenpfades abzielten. Trotz dieses Trends wurde festgestellt, dass die Natur der Innovation sehr stark zwischen den Kollaborationen varierten.
Rollen von Krankenversicherern
In den untersuchten Kollaborationen übernahmen Krankenversicherer
eine Vielzahl an identifizierten Rollen. Besonders häufig agierten sie
als Finanzierer, indem sie Ressourcen für die Projekte bereitstellten.
Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren
Die Untersuchung der Kollaborationen ergab, dass viele Projekte
erfolgreich waren. Dies zeigte sich unter anderem an den gelungenen
Markteinführungen der Lösungen, dem Nutzungsvolumen und der Qualität der
medizinischen Versorgung.
Schlussfolgerungen
Die Ergebnisse der Masterarbeit zeigen, dass
organisationsübergreifende Kollaborationen mit Krankenversicherern einen
erheblichen Beitrag zur Effizienzsteigerung und Innovationsförderung im
Schweizer Gesundheitswesen leisten können. Die identifizierten Erfolgs-
und Misserfolgsfaktoren bieten wertvolle Einsichten, wie zukünftige
Projekte optimiert werden können. Ausserdem zeigt sich, dass die Ziele
der meisten Kollaborationen mit den aktuellen politischen und
regulatorischen Entwicklungen in der Schweiz übereinstimmen, die darauf
abzielen, die Effizienz der Gesundheitsversorgung zu steigern.
Handlungsempfehlungen
Auf Grundlage der Erkenntnisse aus dieser Studie lassen sich folgende Handlungsempfehlungen ableiten:
Förderung gemeinsamer Ziele: Es ist wichtig, dass alle beteiligten Akteure von Anfang an auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten.
Stärkere Vernetzung: Bestehende Netzwerke sollten genutzt und ausgebaut werden, um die Zusammenarbeit zu erleichtern.
Datenstandardisierung
vorantreiben: Ein einheitlicher Rahmen für Gesundheitsdaten könnte die
Effizienz der Zusammenarbeit zwischen den Akteuren erheblich steigern.
Patientenengagement
fördern: Patienten sollten aktiver in den Innovationsprozess
eingebunden und über die Vorteile neuer Lösungen aufgeklärt werden.
Für genauere Ausführungen verweisen wir auf die beigefügte Masterarbeit.